Tierisch diebisch – Mission Müllbeutel (Band 1)
Viele Menschen empfinden aufgrund von Unwissenheit immer noch eine tiefe Abneigung gegen Tauben, Ratten, Marder und andere Straßentiere. Dies ändert sich zum Glück gerade sehr langsam im kollektiven Bewusstsein. Das Kinderbuch, welches ich euch heute vorstellen möchte, trägt neben Action und Abenteuer ebenfalls zu einer neuen und empathischen Sicht auf diese Lebewesen bei.
Marder Silberfuchs lebt ein schönes Leben in der Abstellkammer der Kroneberger Schule. Dort ist es gemütlich, sicher und im Müllcontainer auf dem Schulhof gibt es immer leckeres Essen für die kluge Marderdame. Doch die schöne Zeit ist vorbei, als Hausmeister Schurz es sich zur Aufgabe macht, Tieren wie Mardern, Mäusen, Kakerlaken, Waschbären, Füchsen, Tauben und Ratten – also allen Tieren, die als "Plage" bezeichnet werden – den Garaus zu machen.
Von ihrem Zuhause vertrieben, flüchtet Silberfuchs in den Stadtpark. Sie ist zuerst tief getroffen und versteht die Welt nicht mehr, doch dann schmiedet sie gemeinsam mit ihren neuen Freunden, der Taube und der Ratte Schatten, einen Plan, um ihr Zuhause in der Schule zurückzuerobern. Dabei spielen das kommende Schulfest und eine Horde Wildschweine aus dem Wildschweingehege eine Rolle. Zuvor aber muss die Dreierbande erst einmal eine Menge Essensabfälle aus den Behausungen der Menschen erbeuten, um die Wildschweine zu überzeugen mitzuspielen. Werden die Tiere es schaffen, Silberfuchs' Zuhause wiederzugewinnen? Die Antwort gibt es in "Tierisch diebisch – Mission Müllbeutel" (Anzeige)*.
Sabrina Schmohls Geschichte ist pfiffig und schwungvoll. Oft herrscht ein rauer Ton, sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Die Tierfiguren sind alle schnell ins Herz geschlossen – sei es die ängstliche, vom Straßenleben gebeutelte und namenlose Taube, die optimistische, mutige und heldenhafte Ratte Schatten oder die blitzgescheite Marderdame Silberfuchs. Letztgenannte entwickelt sich vom Einzelgänger zu jemandem, der lernt, wie schön eine Gemeinschaft ist. Und auch die Taube wird zusehends mutiger.
Zusätzlich wird an vielen Stellen auf das Leid von Straßentieren aufmerksam gemacht, und die Autorin zieht den ungerechten Gegensatz zu Haustieren, die von Menschen geliebt, gehegt und gepflegt werden. Hier lädt sie die Leser zum Umdenken ein ohne belehrend zu wirken.
Gerade Stadttauben sind ehemalige Haustiere, die dem Menschen früher sehr gute Dienste als Brieftauben erwiesen haben, dann aber einfach in die Wildnis entlassen wurden. Sie finden in Städten überhaupt gar kein artgerechtes Futter und sind eigentlich vom Menschen abhängig, der ihnen zusätzlich zum Domestizieren noch den Brutzwang anzüchtete (darum vermehren sie sich so stark…). Ach, ich könnte Romane über Stadttauben schreiben, aber zurück zur Rezension.
Auf jeder Seite gibt es Wörter im Text, die in ihrer Formatierung fett oder kursiv hervorgehoben sind – perfekt für Leseanfänger oder Kinder, die nicht so gerne lesen.
Die witzigen, anschaulich die Handlung begleitenden Bilder stammen vom Illustrator Nikolai Renger.
"Tierisch diebisch – Mission Müllbeutel" (Anzeige)* ist ein abenteuerlicher Kinderroman über drei liebenswerte tierische Helden für alle, die ein Herz für ungeliebte Tiere haben und für alle, die noch Tierfreunde werden wollen.
Alles Liebe,
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