ab 5 Jahren,  Gefühle

Antennenkind

(Rezensionsexemplar, Werbung, unbezahlt)

Köbi will nie mehr aus seinem Zimmer kommen! Warum? Weil seine Eltern Besuch bekommen haben – Tante Ruh – und sie soll eine Weile bleiben. Das gefällt Köbi überhaupt nicht! Denn er mag keine Veränderungen und außerdem ist Tante Ruh ganz und gar nicht ruhig, sondern spricht mit einer lauten "Pistolenstimme". Da bleibt Köbi nichts anderes übrig als sich seine Kopfhörer aufzusetzen und sich mit seiner Schildkröte Pänzi in seinem Zimmer zu verschanzen. Doch dann ist Pänzi auf einmal verschwunden. Hat Tante Ruh sie etwa gekidnappt?

Köbi ist ein ganz besonderes Kind. Er hört, wenn im Kopf von Papa Krach ist. Er liebt Mamas Knisterrock, der sich wie Geschenkpapier anhört. Regen pikst ihn. Wenn Menschen sich streiten, tut ihm das weh. Die Welt ist ihm oft zu laut und er kann fühlen, was andere fühlen. Köbi verarbeitet seine starken Gefühle und Eindrücke beim Geschichtenschreiben.
Seine Eltern haben sich verständnisvoll auf ihn eingestimmt und nennen ihn liebevoll "Zuckerjunge", "Eure Majestät" und "Prinz auf der Erbse". Aber Tante Ruh kann ja noch nicht wissen, dass Köbi der Prinz auf der Erbse ist.
Später erfährt Köbi von Papa, dass Tante Ruhs Name "Seele" bedeutet, und dass sie Papa früher im Libanon einmal das Leben rettete. Köbi fragt sich, ob sie vielleicht "eine gute Seele" ist?  Sehr langsam beginnt er, sich an Tante Ruh zu gewöhnen und sie liebzugewinnen.

Andrea Karimé ist mit diesem Kinderbuch ein Meisterstück gelungen! Sie schafft es, sich außerordentlich gut in Köbi hineinzuversetzen und findet perfekte sprachliche Bilder für seine Art, die Welt wahrzunehmen. Einfühlsam erzählt sie die Geschichte aus Sicht des Jungen. Die Illustrationen von Birgitta Heiskel sind klar gehalten, aufs Wesentlichste konzentriert und unterstützen den Text hervorragend.

Sehr gut haben mir auch die kreativen Sprachschöpfungen gefallen, die immer mal wieder in der Geschichte auftauchen ("Stachelsprache" für Arabisch und "Heultropfen" für Tränen zum Beispiel).

Ich liebe die Tatsache, dass die Autorin nirgendwo im Buch erwähnt, dass Köbi hochsensibel und feinfühlig ist! So wird er von ihr nicht in eine Schublade gesteckt und als etwas Andersartiges und Abnormales dargestellt.
Es ist wunderschön zu beobachten, wie das Existieren von Hochsensibilät und Hochsensitivität in den letzten Jahren endlich ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt ist und es bereits einige Bücher dazu gibt. Andrea Karimés Kinderbuch ist das erste Nicht-Sachbuch, welches ich zu diesem Thema gelesen habe.
Vor allem das Ende, als Köbi erkennt, dass er von seinen Eltern und Tante Ruh so gesehen und angenommen wird wie er ist, hat mich berührt.

Ich danke Andrea Karimé von Herzen für diese einfühlsame und wertschätzende Geschichte über ein feinfühliges Menschenkind! Die Feinfühligen sind es, die unsere Welt mehr denn je braucht. Denn auch wenn es manchmal eine Last sein kann, immer alles so intensiv wahrzunehmen, was in anderen vor sich geht und Dinge schon zu spüren bevor sie geschehen, so ist es doch eine einmalig schöne Gabe und ein Geschenk!

Außerdem danke ich dem Picus Verlag Wien für das Rezensionsexemplar und für das Verlegen dieses bedeutenden Kinderbuches.

Alles Liebe,
Eure Gabriele


Angaben zum Buch:

Autorin: Andrea Karimé
Illustratorin: Birgitta Heiskel
Verlag: Picus Verlag
Seitenzahl: 48 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Juli 2021
Altersempfehlung: ab 5 Jahren
ISBN: 978-3711740229
Bildquelle: © Picus Verlag

Neben eurer Buchhandlung vor Ort, könnt ihr das Buch auch hier kaufen:

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